Die Adizero-Reihe von Adidas ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein Sinnbild für absolute Top-Performance. 2008 hatte der Äthiopier Haile Gebrselassie beim Berlin-Marathon erstmals ein Adizero-Modell am Fuß und schaffte als erster Läufer die 2:04-Stunden-Barriere. Auch der deutsche Rekordhalter Amanal Petros trug vergangenes Jahr ein Adizero-Modell – den Adidas Adizero Adios Pro. Im Jahr 2022 wurde mit dem SL ein neues Modell auf den Markt gebracht, das als Ableger der ultimativen Wettkampfschuhe dient und bestens für das Training geeignet ist. Nun hat der SL ein Update erhalten, das ich auf Herz und Nieren testen konnte. Shop4runners hat mir den Adidas Adizero SL2 (nachfolgend „SL2“ genannt) zur Verfügung gestellt, sodass ich diesen unabhängig von etwaigen Herstellerinteressen testen konnte.


Erster Eindruck
Mit Spannung nahm ich die Schuhe aus dem Karton. Optisch schon mal ein Hingucker: ganz in Weiß mit den klassischen drei schwarzen Streifen und leuchtend orangen Akzenten. Das gefällt mir. Auch die erste Anprobe war verheißungsvoll. Angenehm schmiegt sich das Mesh-Obermaterial um meinen Fuß. Auch die Dämpfung vermittelte bei den ersten Schritten ein gewisses Gefühl von Tempo. Das könnte gut zu meinem Training passen. Praxistest: SL2 eine Allzweckwaffe Dieser Eindruck verfestigte sich nach den ersten Läufen. Der SL2 sieht nicht nur dynamisch
aus, sondern läuft sich auch so. Als ambitionierter Trainingsschuh ist der SL2 schmaler geschnitten und liegt eng am Fuß an. Die Fersenkappe ist gut gepolstert und sehr stabil. Das Mesh-Obermaterial ist atmungsaktiv, während die beiden Seiten etwas dichteres Mesh-Material aufweisen, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Lediglich die etwas zu groß geratene und voluminöse Schuhlasche dürfte für mich etwas kleiner ausfallen.
Auf Asphalt bietet der SL2 nicht nur eine komfortable Dämpfung, sondern gibt bei jedem einzelnen Schritt Energie zurück. Das nun durchgängige Lightsrike Pro Material ist zwischen zwei Schichten des Lightsrike 2.0 Materials eingebettet. Das macht den Schuh im Vergleich zu seinem Vorgänger viel responsiver. Der SL hatte nur im Vorfußbereich Lightstrike Pro integriert. Die neue Konstruktion hat den Vorteil, dass der Schuh bei jedem Tempo den passenden Energieschub liefert und somit ein großes Einsatzspektrum bietet. Schnelle gesteigerte Dauerläufe als auch Fahrtspiele sind mit dem SL2 möglich. Auch auf der Tartanbahn macht der SL2 einen soliden Eindruck und selbst bei Wettkämpfen kann der SL2 bis zum Halbmarathon die bevorzugte Wahl sein.
Der SL2 verfügt über keine Energyrods wie bei den Highperformance-Modellen und hat somit keine Carbonelemente. Dennoch vermittelt die durchgängige Lightstrike Pro Dämpfung
dieses gewisse Gefühl von Geschwindigkeit. Im Vergleich zu den Ablegern der Adizero -Reihe macht das den SL2 flexibler und langlebiger. Auch die Gummisohle bietet eine gute Traktion – selbst auf Wald- und Schotterwegen. Die Sprengung von zehn Millimetern ist beim Laufen nicht spürbar und wird durch die komfortable Dämpfung absorbiert. Ich schätze, dass der SL2 eine Lebensdauer von bis zu 800 Kilometern aufweist.


Ich bin mit dem SL2 im Training alle Tempi gelaufen und es hat sich immer gut gefühlt. Selbstverständlich gibt es bei langen Dauerläufen komfortablere oder bei Intervalleinheiten direktere Schuhe, aber der SL2 macht durchgehend eine gute Figur. Umso mehr Energie ich in den Schritt lege, desto mehr Energie erhalte ich zurück. Das macht den SL2 unglaublich flexibel einsetzbar. In der Vergangenheit konnte ich mich bisher nicht mit den Boost-Modellen von Adidas anfreunden. Aber mit dem SL2 hat Adidas wieder einen mehr als konkurrenzfähigen Allround-Schuh im Portfolio.
Für mich ist der SL2 ein sehr guter Lightweight-Trainingsschuh, der mit seiner Dynamik, Reaktionsfreudigkeit und Vielseitigkeit einer breiten Zielgruppe Freude machen wird. Auch der Preis von 130 Euro ist in diesem Herbst absolut fair. Der Schuh bringt alles für ein ideales Lauftraining mit – egal, was auf dem Plan steht. Mich haben die fortschrittliche Technologie und das leichte Design überzeugt. Ein absolut unkomplizierter Schuh mit großem Einsatzspektrum. Zum Abschluss noch eine Frage, die wir Läufer gerne mal gestellt bekommen: Welchen
Schuh würdest du wählen, wenn du dich für ein Modell entscheiden müsstest? In dem Fall würde ich auf ein Allround-Modell zurückgreifen und hier kommt der Adidas SL2 definitiv in die engere Wahl.
Der Adidas Adizero SL2 im Detail
Der Adidas Adizero SL2 ist ein reaktionsfreudiger Allroundschuh für verschiedene Tempi. Die geteilte Dämpfung aus zweilagigem Lightstrike 2.0 und Lightstrike Pro in der Mitte ermöglicht eine sehr gute Rückkopplung beim Abrollen und gibt Energie zurück. Die Dämpfung macht den Aufprall auf dem Boden sehr angenehm. Der SL2 weist eine Sprengung von zehn Millimetern auf. Dieser Höhenunterschied ist beim tatsächlichen Laufen nicht spürbar. Der Rückfuß hat eine Höhe von 34 Millimetern und der Vorfuß von 24 Millimetern. Wie die meisten Laufschuhersteller werden beim Obermaterial auf Mesh gesetzt. Das atmungsaktive Mesh-Obermaterial ist flexibel und luftdurchlässig. Die Schnürung verläuft gradlinig über den Mittelfuß. Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, ist die Lasche. Das ist mir persönlich etwas zu groß und voluminös. Nach dem Schuhbinden ragt sie etwas weit heraus.
Bei einer Schuhgröße von 44 bringt der SL2 nur 250 Gramm auf die Waage. Ein Grund dafür ist die leichte Lightstrike Pro Dämpfung. Ich habe mich für meine Standardgröße in Laufschuhen entschieden. Das Modell steht in je vier verschiedenen Farbvarianten bei Frauen und Männern zur Verfügung. Im Vergleich zum ursprünglichen Modell wurde der Preis um zehn Euro angehoben. Dennoch sind 130 Euro für diesen Allroundschuh sehr akzeptabel. Der SL2 ist sein Geld absolut wert. Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt Adidas ein Zeichen und setzt beim SL2 auf mindestens 20 Prozent recycelte Materialien. Der SL2 hat eine etwas schmalere Passform. Als Teil der Adizero-Reihe bietet die Zehenbox eher wenig Entfaltungsspielraum. Ein zusätzliches Loch für die Marathonschnürung ist vorhanden. Die rundum verlaufende Polsterung im Fersenbereich ist sehr angenehm. Die Einlegesohlen sind verklebt. Bei der Außensohle setzt Adidas zwar nicht auf die bewährte Continental-Sohle, aber die Gummi-Querstreifen sorgen für ein sicheres Laufgefühl und eine solide Traktion auf Asphalt-, Schotter- und Wiesenwegen.


Als Allround-Trainingsschuh ist der SL2 ist nicht nur für eine breite Zielgruppe konzipiert, sondern kann auch für verschiedene Zwecke zum Einsatz kommen. Vorfuß-, Mittelfuß- und auch Fersenläufer werden mit dem SL2 ihren Spaß haben. Gleichzeitig kann der SL2 beim Dauerlauf, aber auch bei Tempoläufen oder bei Wettkämpfen bis Halbmarathon zum Einsatz kommen.
Der Adidas SL 2 im Detail
Preis: 130,00 Euro UVP
Gewicht: 250 Gramm (Größe EU 44 | US 10)
Sprengung: zehn Millimeter
Schuhweite: normal/ schmal
Schuhart: neutral
Laufuntergrund: Asphalt
Einsatzgebiet: Training bis Wettkampfe
Zielgruppe
Einen Laufschuh im Regal zu haben, der für Alle Einsatzzwecke offen ist, ist ideal. Loslaufen, treiben lassen und mal schauen, was am Ende passiert. Ob langsam und gemütlich oder schnell und intensiv – der SL2 ist auf alles vorbereitet. Auch beim Abrollverhalten überzeugt der SL2 mit seiner Flexibilität und ist für alle Läufertypen, ob Fersen-, Mittelfuß- oder Vorfußläufer, geeignet. Der SL2 verfügt über keine Stützfunktionen und richtet sich an alle Neutralläufer, die eine normale bis schmale Passform im Vorfußbereich bevorzugen. Der SL2 versprüht dabei eine gewisse Leichtigkeit und Dynamik und verzichtet ganz auf Carbon. Adidas-Portfolio und mögliche Alternativen Die Adizero-Reihe von Adidas bietet eine Vielzahl an Topmodellen. Wie bereits erwähnt, stellt der SL2 die hochwertige Allroundwaffe dar. Ein Schuh, der alle Möglichkeiten offenlässt und die neusten Dämpfungs-Technologien vereint. Die etwas schnellere, leichtere und direktere Variante stellt der Adizero Adios 8 dar, während der Adizero Bosten 12 für mittlere und lange Distanzen geeignet ist. Ausgestattet mit den Energyrods ist der Bosten 12 der kleine Bruder der Raceday-Schuhe und ideal für lange Tempodauerläufe. Für den Wettkampfeinsatz sind die beiden Topmodelle Adizero Takumi Sen 10 und der Adios Pro 3 ausgelegt. Während der
Takumi Sen 10 für Wettkämpfe bis 10 Kilometer ausgelegt ist, kann der Pro 3 für die langen Distanzen bis zum Marathon verwendet werden. Beide Modelle verfügen über die Lightstrike Pro
Dämpfung und Energyrods mit Carbon.
Im Vergleich mit den Mitbewerbern kommen mir die Allroundmodelle Nike Pegasus 41, Puma Velocity 3 oder der Ascis Novablast 4 in den Sinn. Alle Schuhe zeichnen ihre Vielseitigkeit im Training aus. Aber für mich sticht der SL2 dank seines geringen Gewichts und der reaktionsfreudigen Dämpfung heraus. Das Lightstrike Pro Material des SL2 gibt gefühlt die meiste Energie für schnelle Schritte zurück.


Fazit
Der Adidas Adizero SL2 ist ein sehr dynamischer Trainingsschuh, der mit seinem Gesamtpaket aus Reaktivität, Strapazierfähigkeit und Vielseitigkeit überzeugt. Als Allroundschuh ist der SL2 flexibel im Training oder im Wettkampf einsetzbar. Die leichte Lightstrike Pro Dämpfung sorgt für eine gute Energierückgabe bei jedem Schritt und das Mesh-Obermaterial rundet den angenehmen Sitz ab. Der Neutralschuh ist das ideale und kostengünstige Einstiegsmodell in der schnellen Adizero-Familie und für eine breite Zielgruppe geeignet.

