Compressport UltRun Evo 10 Pack im Test – Trailrunning-Rucksack mit Köpfchen

 

Kurz und bündig: Prellfreier Trailrunning-Rucksack mit 10 Litern Fassungsvermögen, sicheren Taschen und ergonomischer Passform für hochintensive Bergläufe.

So beschreibt der Hersteller seinen Laufrucksack UltRun Evo 10 Pack. Für Shop4Runners durfte ich mir selbst ein Bild davon machen. Dazu habe ich den Rucksack bei unterschiedlichsten Trainingsläufen getestet – von kurzen, knackigen Hausrunden auf feinen Trails bis hin zu langen Dauerläufen auf flachem Terrain. Das Wichtigste für mich war jedoch seine Wettkampftauglichkeit. Diese konnte ich bei zwei schönen Trail-Events im bayerischen Mittelgebirge und im Voralpenraum ausgiebig prüfen.

Doch was bringt der Compressport UltRun Evo 10 Pack (im Folgenden einfach Evo 10) eigentlich mit? Was zeichnet ihn aus?

 

Im Profil

Compressport bezeichnet den Evo 10 als sein Flaggschiffmodell. Er ist bereits seit Längerem fester Bestandteil des Sortiments und wird regelmäßig – mit Unterstützung professioneller Trailrunner – überarbeitet.

Das aktuelle Modell lässt sich an der Front mithilfe eines Zickzack-Gummizugs öffnen und in der Größe anpassen. Vorne befinden sich rechts und links zwei gleich große Netztaschen für die Flüssigkeitszufuhr. Diese sind weiter außen angebracht und sitzen diagonal zum Körper. Compressport will damit eine leichtere Handhabung der Flaschen ermöglichen und gleichzeitig dem Brustkorb mehr Freiraum zum Atmen geben.

Im Bereich der Rippen ist der Laufrucksack innen mit dünnen Schaumstoffeinsätzen gepolstert, um Reibung zu verhindern. Links befindet sich eine Reißverschlusstasche mit etwas mehr Stauraum, rechts – etwas höher angesetzt – eine kleinere Tasche, ebenfalls mit Reißverschluss, die ideal für Schlüssel ist. Insgesamt sind an der Vorderseite sieben Fächer unterschiedlicher Größe angebracht (inklusive Flaschen- und Reißverschlusstaschen).

An den Seiten befinden sich jeweils eigenständige, großvolumige Verstaumöglichkeiten, die sich per Klettverschluss schließen lassen. Sie sind unabhängig voneinander, überlappen sich leicht und ziehen sich über den gesamten unteren Rückenbereich. Im oberen Teil gibt es eine weitere separate Tasche, die ebenfalls mit punktuellem Klett geschlossen wird.

Zur Stockhalterung dienen zwei tief sitzende, innen mit Silikon beschichtete Schlaufen. Zudem verfügt der Evo 10 über ein zusätzliches Verschlusssystem unter den Achseln, mit dem sich die Weste noch enger an den Körper anpassen lässt. Auf der Rückseite befinden sich ein großes reflektierendes Logo sowie reflektierende Details an sämtlichen Laschen.

Das Material besteht zu 93 % aus Polyamid und zu 7 % aus Elasthan, ist atmungsaktiv und schnelltrocknend. Alle Abschlussränder sind mit elastischem Gummizug versehen und weich vernäht.
Eine Notfallpfeife sowie zwei Soft-Flasks mit je 500 ml Fassungsvermögen gehören zum Lieferumfang.

 

Die wichtigsten Fakten

  • Fassungsvermögen: 10 l

  • Gewicht: 126 g

  • Material: 93 % Polyamid, 7 % Elasthan

  • Verschlusssystem: Zickzack-Gummiband

  • Fächer: insgesamt 7 (verschließbar durch Klett)

  • 2 Reißverschlussfächer

  • Stockhalterung: Schlaufen am Rücken

  • Notfallpfeife

  • 2 Soft-Flasks (je 500 ml)

  • Erhältlich in: XS / S / M / XL und zwei Farben (Schwarz und Weiß)

Im Einsatz

Bereits auf den ersten Blick gefällt mir der Rucksack. Eigentlich sollte man ihn eher als Weste bezeichnen, da er den Oberkörper eng umschließt. Die Haptik ist angenehm, leicht und anschmiegsam – schlicht, funktional und mit sehr guter Passform. Wie erwähnt, habe ich den Evo 10 auf allen möglichen Strecken und Untergründen getestet, um seine Praxistauglichkeit zu prüfen.

Bei kurzen Ausflügen habe ich ihn nur minimal bestückt – meist mit Handy, einer halb gefüllten Flasche, Schlüssel, Taschentüchern und gelegentlich einer Regenjacke. Hier war es eine reine Freude, mit dem Teil unterwegs zu sein. Die individuelle Anpassung an den Körper und das Festzurren der Verschlüsse funktionierten einwandfrei. Die beiden Reißverschlusstaschen sind super: kein langes Überlegen, wohin mit dem Schlüssel. Auch das Smartphone findet in einer der Fronttaschen Platz, allerdings ist keine davon wasserdicht. Lösung: Handy in eine kleine Plastiktüte – funktioniert, könnte aber eleganter gelöst sein.

Mit dieser leichten Beladung konnte ich weder Verrutschen noch unangenehmes Drücken feststellen. Der Rucksack ist kaum spürbar und trägt sich sehr unauffällig.

Auf längeren Distanzen und Trailläufen von vier Stunden und mehr änderte sich der Eindruck jedoch etwas. Der seitliche Sitz der Flaschen ist gewöhnungsbedürftig. Für Läufer:innen mit langem Oberkörper und weniger ausgeprägten Formen mag das gut passen – wer jedoch wie ich eher schmal und klein gebaut ist, empfindet die Flasks als etwas störend. Da sie unabhängig von der Rucksackgröße immer gleich groß sind, tragen sie bei beidseitiger Nutzung recht auf. Bei gefüllten Flasks kam es bei mir beim Armschwung zu leichtem Kontakt, was auf Dauer störte.

Auch die Polsterung im Rippenbereich ist gut gemeint, konnte aber einen gewissen Druck nicht verhindern. Smartphone oder Riegel eignen sich daher weniger für die vorderen Taschen – schade, denn dort wären sie eigentlich am praktischsten erreichbar.

Die kleinen oberen Fronttaschen sind leider zu eng für Riegel oder größere Snacks. Gels passen hinein, wenn man sie etwas zusammenpresst.

Dafür begeistern die vielen Verstaumöglichkeiten insgesamt. Die seitlichen Rückentaschen bieten enormes Volumen, ebenso wie die obere Rückentasche. Sie sind stark dehnbar und bieten Platz für Wechselkleidung, Jacke, Riegel, Handy und vieles mehr – genug Raum für die Pflichtausrüstung bei diversen Events.

Hervorzuheben ist die hervorragende Stockhalterung: Die Faltstöcke lassen sich leicht in die elastischen Schlaufen einführen und sitzen dank der Silikonbeschichtung bombenfest. Auch beim Laufen stören sie nicht, da sie nicht zu tief sitzen und somit ein dynamisches Laufverhalten ermöglichen.

 

Mein Fazit

Ein Rucksack mit vielen Stärken. Besonders überzeugen die durchdachte Stockhalterung und das enorme Fassungsvermögen – tatsächlich passt mehr hinein, als die angegebenen 10 Liter vermuten lassen.

Man sollte sich allerdings etwas Zeit nehmen, um sich mit den zahlreichen Verstaumöglichkeiten vertraut zu machen und individuell auszutesten, wo welche Utensilien am besten Platz finden. Ein Laufrucksack ist ein zentrales Accessoire, besonders im Wettkampfbereich, und sollte wirklich perfekt passen, um dauerhaft Freude zu bereiten.

Da jeder Körper anders gebaut ist, bleibt die Passform am Ende eine sehr persönliche Entscheidung. In puncto Material, Verarbeitung und Funktionalität ist der Compressport UltRun Evo 10 Pack aber eine ausgezeichnete Wahl – auf allen Distanzen, mit vielen cleveren Details und hoher Qualität.